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Anlässlich der Verleihung des Preises der Galerie Slavik an die Schule für zeitgenössischen Schmuck "Alchimia" schreibt Felix Lucas in der Februarausgabe der "GZ - Goldschmiede Zeitung":

Preis geht nach Florenz

Die künstlerische Schmuckszene braucht Mäzene und Förderer, damit die Gestalterinnen und Gestalter ihre Kreativität weiter umsetzen und wertvolle Arbeiten an die Öffentlichkeit bringen können. In diesem Sinn hat die Wiener Galerie Slavik einen Preis ins Leben gerufen und ihn im letzten Jahr bei der "Grassimesse" in Leipzig an "Alchimia", eine in Florenz ansässige Ausbildungsstätte für zeitgenössischen Schmuck, verliehen.
Die von Doris Maninger und Lucia Massei gegründete Akademie besteht erst seit 1998. Sie finanziert sich ausschließlich aus privaten Geldquellen und wird mittlerweile von 30 Studenten besucht.
Im ersten Studienjahr werden hauptsächlich Grundkenntnisse der Goldschmiedekunst vermittelt. Das zweite Studienjahr ist in eine praktische und kreative Hälfte geteilt. Die Studenten werden zu eigenem konzeptionellen Arbeiten hingeführt. Im dritten Jahr werden die Studierenden von den international renommierten Schmuckgestaltern Giampaolo Babetto und Manfred Bischof begleitet. Dabei sollen freie Projekte und ein freier Umgang mit Themen und Materialien dazu beitragen, dass die Studierenden noch vor Abschluss ihrer Ausbildung gewissermaßen zum eigenen "roten Faden" finden. Mittlerweile wird "Alchimia" nicht nur von italienischen, sondern auch einer Reihe ausländischer Interessenten frequentiert und hat sich damit in kurzer Zeit eine international anerkannte Position erworben. Die Arbeiten zweier Absolventinnen der Florentiner Akademie stellte dann die Galerie Slavik in diesem Herbst im Rahmen einer Ausstellung in der Wiener Galerie vor. Während Agnes-Maria Hagg bereits im Vorjahr ihre Ausbildung abschloss, ist Martina Mühlfellner erst in diesem Sommer der Florentiner Schule entwachsen.
Die 1977 in Salzburg geborene Martina Mühlfellner studierte vorerst in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre Architektur an der Technischen Universität Wien, ehe sie sich der Schmuckgestaltung zuwandte. Immer wieder auftretende großräumige Elemente bei ihren Colliers bringen die ursprüngliche Ausbildung zum Durchbruch. Sie arbeitet bevorzugt mit Silber, kombiniert das Material aber auch mit Lack und Email. Weiß- und Gelbgolddrähte dienen als Verbindungselemente oder setzen Akzente. Agnes-Maria Hagg hingegen ist in ihrem Werdegang schon immer der Schmuckgestaltung verbunden gewesen. Der erste Kontakt ergab sich in einem Goldschmiedekurs bei Erika Leitner, dem ein Praktikum beim Wiener Innenstadtjuwelier A.E.Köchert und schließlich die Lehre für Gold- und Silberschmiede bei Sven Boltenstern folgte, ehe sie sich gewissermaßen den "letzten Schliff" bei "Alchimia" in Florenz holte. Sie hat sich einer programmatischen Schmuckgestaltung verschrieben. Davon kündigen Titel wie die Colliers "Machtloser Fahnenträger" und "Feuerball" oder etwa die Brosche "Orantin".

Felix Lucas in "GZ - Goldschmiede Zeitung", Februar 2005, S.142


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